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Pfarrgeschichte und Kirchenbau
Für die bis dahin einzige katholische Pfarrei St. Josef entstand nach dem bedeutenden Anwachsen der Stadt Weiden die Notwendigkeit einer zweiten Seelsorgestelle. Ein dafür gegründeter Kirchenbauverein legte am 24.02.1921 den Grundstein für eine aus den Resten einer alten Flugzeughalle errichteten Notkirche und weihte diese bereits am 16.10.1921 auf dem Gelände des heutigen Pfarrgartens ein. Gleichzeitig wurde auch das Pfarrhaus erbaut.
Parallel dazu wurde die Errichtung einer eigenen, zweiten katholischen Pfarrei rund um das „Lerchenfeld“ angestrebt: Die Katholische Pfarrei Herz Jesu Weiden wurde am 07.02.1922 durch das Staatsministerium für Unterricht und Kultus genehmigt, der Stiftungsbrief der Kirchenverwaltung St. Josef am 23.05.1922 abgefasst, am 01.07.1922 durch das Bischöfliche Ordinariat Regensburg bestätigt und am 05.08.1922 von der Regierung der Oberpfalz staatsaufsichtlich genehmigt. Die neue Pfarrei zählte 4300 Gläubige.
Erster Stadtpfarrer in Herz Jesu war H. H. Franz Xaver Schweiger, der alsbald aus Sorge um die Kinder und die Jugend den Caritasverein Herz Jesu Weiden e.V. gründete. Der Plan zur Errichtung eines Caritasheims wurde im Oktober 1929 aufgegriffen, und schon am 30.12.1931 konnte dasselbe eingeweiht werden. Die „Armen Schulschwestern“ übernahmen die Leitung des Hauses, welches auch heute noch nach erfolgter Generalsanierung ( 2003 ) als Kindergarten Herz Jesu genutzt wird.
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Die Gemeinde wuchs und die Notkirche wurde zu klein. Somit wurde die Erbauung einer neuen großen Pfarrkirche angegangen. Professor Orlando Kurz, München, wurde mit der Planung beauftragt. Die Grundsteinlegung erfolgte am 02.07.1932. Als Professor Kurz bald darauf verstarb, übernahm Professor Fritz Becker aus Düsseldorf die weitere Ausführung. Auch Stadtpfarrer Franz Xaver Schweiger verstarb noch vor Vollendung seines Bauwerks und wurde in deren Unterkirche bestattet.
Dr. Karl Käß, sein Nachfolger übernahm die Innenausstattung der Kirche. Schließlich konnte am 03.06.1934 der Diözesanbischof Dr. Michael Buchberger aus Regensburg die Weihe der neuen Herz-Jesu-Kirche vornehmen.
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Renovierungen standen 1957 und 1969 innen, und 1970/71 außen an, weitere Sanierungen erfolgten mehrfach. Zu Wohnzwecken für das kirchliche Personal konnten im Laufe der Jahre ( 1935 – 75 ) einige Häuser in der Lerchenfeldstrasse und der Ermersrichterstrasse hinzugewonnen werden.
Aufgrund des raschen Anstiegs der Einwohnerzahl wurde erneut eine zusätzliche Pfarrstelle im Süden nötig. 1949 wurde auf dem Fichtenbühl in einer Baracke eine Notkirche eingerichtet, 1953 in dem vom Verlag „Der Neue Tag“ erworbenen Gebäude die neue Pfarrkirche „St. Johannes“ errichtet und am 18.10.1953 eingeweiht. Damit war der südwestliche Teil von Herz Jesu abgetrennt.
Am 01.02.1955 übernahm H. H. Dr. Georg Götz die Pfarrei. Er erwarb gegenüber der Ostmarkkaserne eine Barackenkapelle, in welcher für die amerikanischen Truppen Gottesdienste gefeiert worden waren, und nutzte sie als „Dreifaltig-keitskapelle“ vor allem für die Militärseelsorge beider Konfessionen. Wegen Baufälligkeit wurde sie 1972 abgerissen.
Der Nachfolger, Stadtpfarrer Johann Rösch, nahm den Bau einer modernen Pfarrbücherei in Angriff und diese im Februar 1962 auch in Betrieb(existiert heute nicht mehr). Des Weiteren wurde mit dem Bau eines Pfarrheims nach den Plänen des Architekten Heinz Meckler aus Weiden ein lang gehegter Wunsch der Pfarrangehörigen in die Tat umgesetzt. Am 25.06.1966 konnte auch dieses Gebäude geweiht und seiner Bestimmung übergeben werden.
Mit dem 01.09.1973 wurde Pfarrer Hermann Eichinger aus Selb zum Pfarrer in Herz Jesu bestellt. Umfangreiche Sanierungen aller Gebäude, die Erweiterung des Außengeländes des Kindergartens Herz Jesu, der Neubau einer Orgelanlage, und die Errichtung eines zweiten Kindergartens „Lorenz–Werthmann“ auf dem Gelände der ehemaligen Dreifaltigkeitskapelle wurden in dessen Amtszeit bewältigt.
Seit 01.09.1999 leitet nunmehr Regionaldekan Gerhard Pausch, zuvor in Altenstadt WN, die Pfarrei Herz Jesu. In seine Verantwortung fielen bisher die Aufteilung und Umgestaltung des ehemals großen Pfarrgartens in einen parkähnlichen Vorplatz, die Generalsanierung des Kindergartens Herz Jesu im Caritasheim, der Erweiterungsbau im Kindergarten Lorenz Werthmann und laufende Sanierungen rund um das Kirchengebäude. Seit September 2007 bilden die Pfarreien Herz Jesu und St. Johannes eine Seelsorgeeinheit, die Regionaldekan Pfarrer Gerhard Pausch betreut.
Der Kirchenraum
Das Kirchengebäude ist 55,5 m lang, 23,5 m breit und 12,6 m hoch.Äußeres
Aus städtebaulichen Gründen steht die Kirche von Norden nach Süden. Die zwei Türme sind 22m hoch und jeweils noch mit einem 4m hohen Turmkreuz gekrönt. Im Westturm befinden sich sechs Glocken (Beschreibung unter Kirchenmusik)Inneres
Das Kirchenschiff ist in ein Haupt- und zwei Seitenschiffen aufgeteilt. Die Seiten-
schiffe werden von je sechs 10m hohen Pfeilern aus gelbem Juramarmor vom Hauptschiff abgetrennt.
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Foto: Beate Böhm
Der Chorraum ist erhöht und 8m breit und 10m tief. Im Mosaikbild von Prof. Josef Eberz, gestiftet von Herrn Kommerzienrat Josef Witt, ist der gekreuzigte Christus als König und Hoherpriester mit Maria und Johannes dargestellt. Das Mosaikbild besteht aus 4 Millionen Steinchen.
Foto: Beate Böhm
Foto: Beate Böhm
Foto: Beate BöhmDer Hochaltar ist aus Trienter Marmor, ebenso der Volksaltar, der 1972 im Zuge der Liturgiereform aufgestellt wurde.
Der Tabernakel
Der sehr wertvolle und symbolträchtige Tabernakel wurde im Jahre 2008 mit Spendengeldern des Frauenbundes Herz-Jesu aufwändig restauriert.Die Kanzel
Das Steinrelief schuf der Künstler Mauritius Pfeiffer der auch den Bronzekreuzweg fertigte. An der Kanzel sind die Symbole der 4 Evangelisten zu sehen: Engel - Matthäus, Löwe -Markus, Stier - Lukas, Adler - Johannes
Auf der Abdeckung über der Kanzel steht: "Tröstet mein Volk".
Am rechten Seitenaltar ist Josef mit dem Jesusknaben dargestellt.
Am linken Seitenaltar ist die Verkündigungsszene dargestellt.
Seitlich am Durchgang zur Unterkirche befindet sich seit 1951 der Gefallenen-Gedächtnis-Altar. Seit 2007 ist hier auch ein Totengedenkbuch aufgelegt in dem der Verstorbenen der Pfarrei gedacht wird.
Glasfenster
Die sieben Glasfenster auf der linken Seite, vom Eingang aus gesehen, stellen die 7 Sakramente dar:
Der Hl. Franz Xaver tauft eine Inderin
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Fotos: Beate Böhm
Der Hl. Bonifatius firmt einen Germanen
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Fotos: Beate Böhm
Der Hl. Albertus Magnus verehrt das heiligste Altarsakrament
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Fotos: Beate Böhm
Der Hl. Johannes Nepomuk, der Märtyrer des Beichtgeheimnisses,
nimmt die Beichte ab
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Fotos: Beate Böhm
Bischof Wittmann von Regensburg erteilt dem Krieger im Feld die
Hl. Krankensalbung
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Fotos: Beate Böhm
Der Hl. Wolfgang weiht einen jungen Mann zum Priester
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Fotos: Beate Böhm
Das Hl. Kaiserpaar Heinrich II. und Kunigunde schließen ihren
heiligen Ehebund
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Fotos: Beate Böhm
Die Glasfenster der rechten Seite stellen die sieben Werke
der Barmherzigkeit dar:Hungrige speisen - Hl. Elisabeth
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Fotos: Beate Böhm
Durstige tränken - Hl. Bruder Konrad
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Fotos: Beate Böhm
Nackte bekleiden - Hl. Martin
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Fotos: Beate Böhm
Fremde beherbergen -
Hl. Johannes Don Bosco
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Fotos: Beate Böhm
Gefangene erlösen - Hl. Ludwig
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Fotos: Beate Böhm
Kranke besuchen -
Hl. Vinzenz von Paul
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Fotos: Beate Böhm
Tote begraben - Hl. Luzia
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Fotos: Beate Böhm
Rundfenster der Orgelempore:
"Christus mit seinem geöffneten Herzen "
Foto: Beate Böhm
Foto: Ingo Kraus
Taufkapelle: Taufe des Herrn durch Johannes den Täufer "Dies ist mein geliebter Sohn an dem ich mein Wohlgefallen habe"
Foto: Beate Böhm
Unterkirche
Foto: Beate Böhm
Am Ende des linken Seitenschiffes befindet sich die Unterkirche. Hier ist Pfarrer Schweiger, der Erbauer der Herz-Jesu-Kirche, begraben.
Foto: Beate Böhm
Sehr bedeutend ist das Muttergottes-Relief des Weidner Künstlers Wilhelm Vierling. Im Mittelteil ist Maria als Schmerzensmutter abgebildet, die um ihren toten Sohn trauert. Die Seitenflügel stellen Szenen aus dem Leben Marias dar:
Flucht nach Ägypten(oben links)
Geburt Christi (unten links)
Darstellung im Tempel mit dem greisen Simeon und Hanna
(unten rechts)
Krönung Mariens im Himmel (oben rechts)
Foto Beate Böhm
Foto Beate Böhm
Foto Beate Böhm
Foto Beate Böhm
An der rechten Seitenwand sind Figuren des Hl. Bruder Konrad und der Hl. Anna Selbdritt angebracht. Diese stammen von Karl Bornschlegel, einem Burglengenfelder Bildhauer.
Seit Gründung der Pfarrei wirkten in der Seelsorge:
Franz Xaver Schweiger 1922 bis 1934 Dr. Karl Käß 1934 bis 1955 Dr. Georg Goetz 1955 bis 1959 Johann Baptist Rösch 1959 bis 1973 Hermann Eichinger 1973 bis 1999 Gerhard Pausch seit September 1999
37 Kapläne Johann Baptist Putz 18.11.1922 bis 01.02.1923 Josef Schultes 01.08.1923 bis 16.03.1924 Johann B. Augustin 16.03.1924 bis 01.08.1929 Ludwig Fichtl 01.08.1929 bis 01.11.1934 Pater Alexius Nöth 01.02.1934 bis 16.03.1934 Josef Keck 01.11.1934 bis 15.11.1939 Theo Reintges 16.05.1936 bis 01.01.1937 Dr. Johann Maier 01.01.1937 bis 01.04.1938 Josef Fersch 01.04.1938 bis 01.01.1939 Johann Götz 01.01.1939 bis 01.04.1949 Anton Maier 16.11.1939 bis 06.10.1943 Pater Josef Pachler 06.10.1943 bis 15.09.1944 Pater Ewald Neidig 15.09.1944 bis 01.09.1945 Josef Schlegl 01.09.1945 bis 10.02.1954 Anton Breu 01.04.1949 bis 30.09.1953 Nikolaus Paulus 01.02.1954 bis 01.09.1954 Johann Bäuml 01.06.1954 bis 01.09.1957 Johann Kraus 01.09.1954 bis 30.09.1960 Walter Siegert 12.10.1957 bis 01.12.1958 Josef Fenzl 16.12.1958 bis 01.10.1960 Richard Bartmann 28.09.1960 bis 15.08.1965 Max Schultes 01.10.1960 bis 18.10.1962 Dr. Albert Rauch 16.10.1962 bis 01.09.1965 Georg Zinnbauer 16.08.1965 bis 30.06.1972 Richard Busch 01.09.1965 bis 01.11.1976 Peter Hubbauer 01.09.1972 bis 30.04.1977 Siegfried Wölfel 01.05.1977 bis 31.08.1978 Rudolf Liebl 13.07.1978 bis 31.08.1982 Konrad Schießl 01.09.1982 bis 30.11.1983 Hans Schottenhammel 15.02.1984 bis 10.09.1985 Clemens Voß 01.09.1985 bis 01.09.1988 Herbert Gerstl 01.09.1988 bis 01.05.1990 Hans Klier 01.09.1990 bis 31.08.1992 Richard Meier 01.09.1992 bis 01.09.1995 Stefan Langer 01.09.1995 bis 31.08.2002 Christian Rakete 01.09.2002 bis 31.08.2006 Christian Süß seit 01.09.2006