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Selbsthilfegruppe
"Verwaiste Eltern"
Weiden und Region
Für Eltern, die um ein verstorbenes Kind trauern:
Die Selbsthilfegruppe „VERWAISTE ELTERN Weiden und Region“ lädt an jedem letzten Donnerstag im Monat um 19.30 Uhr zum Gesprächsabend ins Pfarrheim Herz Jesu in Weiden ein. Begleitet wird die Gruppe von Gemeindereferentin Christine Wittmann, die auch eine ausgebildete Trauerbegleiterin ist. Kommenkann jede/r, der ein Kind durch Fehlgeburt, Totgeburt, Frühtod, Krankheit, Unfall, Drogen, Suizid oder Gewaltverbrechen verloren hat – unabhängig von Alter, Geschlecht, Familienstand, Konfession und Wohnort.
Gesprächsabende der
Selbsthilfegruppe „Verwaiste Eltern“
jeweils von 19.30 Uhr bis 21.30 Uhr
für das Jahr 2012:26. Januar 2012
23. Februar 2012
29. März 2012
26. April 2012
31. Mai 2012
28. Juni 2012
26. Juli 2012
30. August 2012
27. September 2012
25. Oktober 2012
29. November 2012
Dezember entfällt, dafür
am 9. Dezember 2012 Gedenkgottesdienst
Es gibt junge Menschen bei uns und ältere,
manche sind schon sehr weit in ihrer Trauerverarbeitung,
andere aber fühlen Trauer und Schmerz so frisch
und so entsetzlich leidvoll,
dass wir uns hilflos fühlen und keine Hoffnung sehen.
Manche von uns haben zum Glauben gefunden
als einer lebendigen Kraftquelle,
andere suchen verzweifelt nach Antworten.
Manche von uns sind wütend,
erfüllt von Schuldgefühlen oder tiefer Depression,
andere strahlen inneren Frieden aus.
Welchen Schmerz auch immer wir einbringen:
Wir teilen diesen Schmerz
und sind darin verbunden,
so wie wir durch die Liebe
zu unseren Kindern verbunden sind.
Wir alle suchen und kämpfen um unsere Zukunft,
und wir wollen dies gemeinsam tun,
indem wir uns gegenseitig helfen,
indem wir Freude und Leid miteinander teilen:
die Wut und den Frieden,
den Glauben und die Zweifel.
Es gibt keinen richtigen oder falschen Weg der Trauer.
Jede/r hat das Recht, seinen eigenen, individuellen Weg durch die Trauer und den Schmerz zu finden und zu gehen.
In unserer Selbsthilfegruppe sind alle Betroffene, so sind wir alle mehr oder weniger „Profis“.
• kann jede/r kommen, wie oft er/sie will. Trauernde können und dürfen selber entscheiden, was ihnen gut tut.
• entscheide ich selber ob ich reden will oder zuhören, ob ich mitgestalte oder einfach da bin,....
• gibt es kein festes Konzept. Wir entscheiden gemeinsam was uns wichtig ist und welche Themen uns bewegen
• sind Väter dabei und besonders herzlich willkommen. Bei uns muss Mann nicht stark sein!
• wollen wir nicht nur reden, sondern hin und wieder gemeinsam etwas tun ...
Weitere Informationen oder erste Kontaktaufnahme
ist unter folgenden Telefonnummern möglich:
Marianne und Winfried Hübner,
Speinshart, Tel. 09645-1010
Christine Wittmann
(Ehe-, Familien- und Lebensberaterin), Bechtsrieth bei Weiden Tel. 0961-45619
mail: verwaiste-eltern-weiden@spitzacker.de
Christl Wünsch
Weiden, Tel. 0961-23798
Weltweiter Gedenktag verstorbener Kinder 2011
Weiden. Jedes Jahr sterben auf unterschiedlichste Weise allein in Deutschland 20 000 Kinder und junge Erwachsene, weltweit sind es um ein Vielfaches mehr. Und überall bleiben zutiefst trauernde Eltern, Geschwister, Großeltern und Freunde zurück. Sie alle wissen: „Die Zeit heilt keine Wunden, sie lehrt sie nur mit dem Unbegreiflichen weiterleben zu lernen und das leidvolle Geschehen in ihr neues Leben zu integrieren.“ Die lichtreiche Advents- und Weihnachtszeit stellt für alle Betroffenen, die einen lieben Mitmenschen in ihrer Lebensmitte vermissen alljährlich eine besondere emotionale Herausforderung in ihrem Traueralltag dar. Weihnachten als „Fest der Freude“ - für Trauernde oft jahrelang ein Fremdwort. Unter dem Motto „Ein Licht geht um die Welt“ stellen seit vielen Jahren Betroffene, die um ein Kind trauern an einem Adventssonntag rund um die ganze Welt einmal im Jahr brennende Kerzen in die Fenster. Dieses Zeichen der Solidarität Betroffener untereinander wird an vielen Orten von Gedenkgottesdiensten für die verstorbenen Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die namentlich darin auch Raum und Zeit erhalten, begleitet. Dieser Tradition folgend fand zum zehnten Mal auch in der Pfarrkirche von Herz Jesu ein solcher Gedenkgottesdienst statt, welchen die Selbsthilfegruppe „Verwaiste Eltern Weiden und Region Neustadt/WN, Tirschenreuth, und Amberg im Wissen um die Schwere dieser Tage gestaltete. Gemeindereferentin und Trauerbegleiterin Christine Wittmann konnte zusammen mit der evangelischen Pfarrerin Daniela Mantel aus Wernberg-Köblitz und Pfarrvikar Andreas Reber von der Pfarrei Herz Jesu Angehörige von über sechzig verstorbenen Kindern begrüßen.Chordirektor Peter Kosmus umrahmte mit der Singgruppe der Pfarrei Herz Jesu mit einfühlsamen Liedern die Gedenkfeier.Der ökumenische Wortgottesdienst stand unter dem Leitwort „wieder auf einen grünen Zweig kommen“, das die biblische Erzählung von der Sintfluterfahrung Noah`s (Gen 8,6-16) zum Inhalt hatte und die auch den Weg in und durch die Trauer symbolisch betrachtet. Nachdem zum Gedenken für jedes verstorbene Kind eine Kerze an der Osterkerze entzündet worden war schlugen in einem von großer Empathie zeugenden Dialog anschließend Pfarrerin Daniela Mantel und Vikar Andreas Reber mit der Sintflutgeschichte Noah`s eine Brücke in die „emotionale Tsunamierfahrung“ trauernder Eltern.
Nach der jegliche Lebenssicherheit verschlingenden Flut zog sich Noah zurück in seine Arche, seine verletzte Seele brauchte diesen Schutzraum, kein Land war in Sicht, um die Katastrophe zu überleben. Grenzenlose Verzweiflung, Leere, Einsamkeit und zahllose „Warum-Fragen“ quälen die von einem Kindstod betroffenen Eltern. Für Außenstehende kaum wahrnehmbar: Das gesamte Familiengefüge und die Beziehungen untereinander müssen neu definiert und gestaltet werden. Betroffene Eltern beklagen, dass ihnen im Alltag seltenst mehr als ein Jahr Zeit gegeben wird sich angemessen mit der bitteren Wahrheit des Geschehens vertraut zu machen, es in ihr neues Leben zu integrieren. Ihre Liebe fällt auch lange nach dem ersten Trauerjahr noch ins Leere, ein Teil von Ihnen selbst wurde zu Grabe getragen. Das Gefühl einer Monate und Jahre währenden verzehrenden Antriebslosigkeit und „seelischer Amputation“ wird oft beschrieben. Familien, die von derart „das Leben auf den Kopf stellenden“ Abschieden betroffen sind brauchen lange Zeit ein verständnisvolles Klima ihrer Umgebung bei Angehörigen, Verwandten, Freunden, Nachbarn, Vorgesetzten und Arbeitskollegen. Eine Sehnsucht nach Leben in einem Winkel des eigenen Inneren, eine leise Hoffnung hielt Noah am Leben, so Pfarrvikar Reber, als dieser immer wieder, zunächst vergebens, eine Taube nach Leben Ausschau halten ließ. Immer wieder, so Pfarrerin Mantel verhindere der individuell unvergleichliche Schmerz und ein schlechtes Gewissen der Trauernden, dass diese sich dem Leben wieder öffneten. Kleinste Anläße in der Umgebung können einen Rückfall in die ehemals akuten Traueremotionen auslösen. So wie Noah`s Taube nach endlosen Tagen der Orientierungslosigkeit in der Arche mit einem grünen Zweig zurückkehrt und damit Land in Sicht signalisierte, so bekommen auch trauernde Eltern mit den Jahren eine Ahnung, dass ihr Kind von einem sicheren Ort aus sie begleitet. Mit dem verstorbenen Kind im Herzen, so Pfarrerin Mantel könne es langfristig wieder möglich sein mit allen Sinnen die Welt neu und verwandelt zu erfahren. Eine Wandlung, die das Leben in einer neuen Dimension erscheinen lässt. Der Ölzweig als biblisches Symbol der Rettung und Bewahrung nach großer Flut. So kann man auch das Weihnachtsfest mit seiner hoffnungsvollen Verheißung, dass Gott sich mit allem Schmerz, allem Vermissen, aller Einsamkeit und aller Traurigkeit Betroffener verbündet, im Kinde Jesu sich auch mit den trauernden Menschen solidarisiert, verstehen.
Ein großes Bild zu Füssen des Altars mit einem Engel als Bote der Liebe Gottes, der auch einen Ölzweig in der Hand hielt, sollte auf die Verbindung der sichtbaren und erfahrbar unsichtbaren Welt verweisen, die dem gläubigen Menschen in Angst und Not Rettung und Bewahrung verspricht. Alle Mitmenschen Trauernder können mit Mut und Einfühlungsvermögen zu Engeln und damit zu Boten Gottes werden. Im Anschluss an die ergreifende Gedenkfeier waren die Teilnehmer zum Gedankenaustausch bei Kaffee, Tee, Glühwein und selbstgebackenem Kuchen ins Pfarrheim Herz Jesu eingeladen. Auch Regionaldekan und Pfarrer Gerhard Pausch gesellte sich zur Elterngemeinschaft. Die offene Selbsthilfegruppe „trauernde Eltern“ trifft sich regelmäßig an jedem letzten Donnerstag im Monat um 19.30 Uhr im Pfarrheim Herz Jesu in Weiden.