Herz Jesu Weiden

 

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Weiden. (uz) „Die Katholische Arbeitnehmerbewegung will das soziale Gewissen der Kirche sein.“ Regionaldekan Gerhard Pausch räumte der KAB am Samstagabend beim Kettelertag in Herz Jesu die Rolle des erhobenen Zeigefingers ein. „Die KAB tritt ein für soziale Gerechtigkeit in unserem Land und lenkt zugleich den Blick auf die Menschen in anderen Ländern.“

Mit Fahnen und Standarten waren die Vereine und Verbände in die Kirche eingezogen. Dort Beim Festgottesdienst stellte der Regionaldekan die Begegnung des Zöllners Zachäus mit Jesu in den Mittelpunkt seiner Predigt. „Er hat anderen das Geld aus der Tasche geholt und für sich Höchstlöhne kassiert.“ Dennoch habe er die Zuneigung Christi erfahren und anschließend solidarisch gehandelt.

Im Pfarrheim Herz Jesu ließ Hans Mayerhofer ein halbes Jahrhundert KAB Herz Jesu Revue passieren, die vor 50 Jahren von zwölf Männern und 14 Frauen gegründet worden sei. „Von der Gründerzeit bis heute hat die Gruppe Herz Jesu versucht, die Zeile der Arbeitnehmer zu vertreten.“ Mayerhofer ging auch auf das KAB Altenwerk ein, das es in Herz Jesu seit 1986 gibt.  

Die Festansprache hielt der ehemalige stellvertretende Diözesanpräses Josef Gebhardt aus Etzenricht. „Wenn heute in Weiden Ketteler gefeiert wird, so fallen einem die Firmen Bauscher, Witt und Seltmann ein“, sagte er. Aber nur wenige wüssten, dass es in Weiden auch eine Kettelerstraße gibt.

1811 geboren, habe Wilhelm Emmanuel von Ketteler zunächst als Rechtsgelehrter im Staatsdienst gewirkt. „Innerlich wehrte er sich aber gegen dieses Staatsrecht.“ Der Entschluss, Priester zu werden, sei 1838/39 in Altötting gefallen. Zunächst als Dorfpfarrer, später als Abgeordneter in der Nationalversammlung in Frankfurt, habe er die Welt im Sinne der christlichen Lehre und sozialen Frage mitgestalten wollen.

Später 1863 als Bischof von Mainz habe er sich für den Sonntag stark gemacht. 1877 sei der große Arbeiterbischof in Burghausen gestorben. Bedeutend seine Auseinandersetzung mit dem Liberalismus und Kommunismus. „Er hat immer das Soziale eingefordert. Auch deshalb wollen die Mitglieder der KAB die Welt mitgestalten.“

Oberbürgermeister Kurt Seggewiß bewertete das KAB-Jubiläum von Herz Jesu als einen Gedenktag für alle Arbeitnehmer, die sich in der Kirche zuhause fühlten. „Die katholische Soziallehre und der mahnende Zeigefinger der Kirche sind auch uns Politikern Verpflichtung geworden.“

Die Grüße des Diözesanverbandes überbrachte Markus Nickl, die Grüsse des Pfarrgemeinderats Herz Jesu, Sprecherin Brigitte Raab. Für 40jährige Mitgliedschaft bei der KAB Herz Jesu wurde Ursula Stich geehrt. Für 25 Jahre Maria Buhl, Reinhold Waldhier, Claudia Kosmus, Peter Kosmus, Werner Haberl, Gisela Haberl und Ann Riedl. 

Quelle: "Der neue Tag", Ausgabe Montag 8.Oktober 2007